Von Euripides
Admetos muss nicht sterben, wenn ein anderer freiwillig für ihn in den Tod geht. So das göttliche Zugeständnis, das Apollon, der Admetos einen Gefallen schuldet, für ihn erwirkt hat. So einzigartig dieses himmlische Geschenk zunächst klingt, als so trügerisch erweist es sich. Nachdem alle anderen, auch Admetos’ Eltern, das Opfer abgelehnt haben, bleibt einzig seine Frau Alkestis, die zum Letzten bereit ist. Ihr Tod verändert vieles. Denn Alkestis hinterlässt als Vermächtnis eine ... weiter lesengrobe Missstimmung in der Familie ihres Mannes. Noch am kaum geschlossenen Grab macht Admetos seinem Ärger auf seine Eltern in grotesken Vorwürfen Luft: Sie hätten aufgrund ihres Alters anstelle von Alkestis ihr Leben geben müssen. Überhaupt wird Admetos plötzlich durch Alkestis’ Tod von seinem Gewissen heftig gequält, fürchtet er jetzt doch auch die negative gesellschaftliche Resonanz auf sein unrühmliches Überleben. Alkestis’ Entschluss, für den Gatten in den Tod zu gehen, bleibt vieldeutig und geheimnisvoll. In einer Familienfarce, in der sich jeder nur selbst der nächste ist, in der sich die Generationen feindselig begegnen, steht ihr selbstloser Akt singulär und vermag heftige Erosionen auszulösen. In die Trauerstimmung platzt auch noch Herakles, der das Haus in prächtiger Feierlaune auf den Kopf stellt. Admetos wagt es nicht, den Halbgott abzuweisen, gewährt ihm Gastrecht und Unterkunft und erhält ausgerechnet und überraschend durch den schwierigen Gast späte Hilfe.
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